Der in allen spricht

„Es gibt keinen, von dem du nichts lernen kannst. Vor dem Gott, der in allen spricht, bist du immer ABC-Schütze.“
Dag Hammarskjöld

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Sonnenlicht fällt auf den Boden

Gestern im Gottesdienst

Die Vikarin erzählt
von der Entdeckung Martin Luthers:

In seinem Ringen mit Worten aus der Bibel,
verwandelt sich seine Angst
vor einem strafenden, Gerechtigkeit fordernden Gott
in eine strahlende Zuversicht:

Gott ist für mich!
Ich darf Ihm vertrauen.
Im Vertrauen bin ich recht vor Ihm.

Die Worte treffen

Ich sehe eine Himmelsleiter
eine himmlische Gestalt beugt sich,
steigt hinab:

„Bleib, wo du bist.
Ich komme zu dir,
in deine Tiefe,
deine schwärzeste Nacht.

Ich bringe alles mit,
was du brauchst,
das ganze Licht.

Ich bleibe.
Ich weiche nicht von dir.
Ich leide mit dir,
trage deine Last,
den ganzen Weg.“

Sonnenlicht fällt
durch die bunten Kirchenfenster
trifft den Boden
vor dem Altar

„Wie die Himmelsleiter“,
denke ich

Das Licht fällt herab
auf den Boden
meiner Realität
und
macht ihn hell.

Himmel auf Erden

Behutsamkeit

Sie ist
zärtlich
zurückhaltend
freundlich
achtsam
interessiert

Aha

Sie bewertet nicht
hört lange zu
geduldig
lässt Zeit
fragt nach
will verstehen
beobachtet
denkt nach
wartet
hört
spürt
tastet

Sie klopft an

Bricht nicht
das geknickte Rohr

Löscht nicht
den glimmenden Docht

richtet das Gebeugte auf…

und wenn sie auch durch
geschlossene Türen geht,
sind die Türen
danach
noch heil!

In ihrer Gegenwart
schmilzt meine Angst

Ich ersehne
ihre sanften Berührungen

fürchte ihre Abwesenheit
bei den Menschen…

will sie tragen
wohin sie mich führt

hoffe sie zu treffen
wo immer ich bin

wo ich sie finde
finde ich Glück

wie wasser
den harten Stein
umspült

Gestalt
soll sie finden
in mir

altes Gebet – neu vertont

Du Gott
Mutter und Vater
bist du uns

Komme zu uns
und schaffe
was dir gefällt

so wie bei dir
so sei es bei uns

Gib uns
was nötig ist
zum Leben

Vergib uns
dass auch wir
Vergebende
sind

Behüte uns vor Versuchungen
Bewahre uns vor dem Bösen

Von dir kommt alles
dir gehört alles
Du wirkst

Du
Wunder
Schönheit
Freudenquell

auf ewig

Noch nicht

Gott liebt mich.
Darum darf ich
auch mich selbst lieben,
mich wahrnehmen,
mich annehmen,
mich ernst nehmen,
für mich sorgen.

Doch das Ziel der Liebe
ist der Andere,
der Nächste.

Wenn die Liebe zu mir,
mich nicht befähigt,
meinen Nächsten zu lieben
wie mich selbst,
ihn wahrzunehmen,
ihn anzunehmen,
ihn ernst zu nehmen,
für ihn zu sorgen,

dann hat sie
ihr Ziel
noch nicht erreicht.

So bleibt sie unvollkommen.